Hürden der kamelgestützten Interventionen


Eine der größten Hürden ist der Mangel an Empirie. Bisher gibt es diverse Literatur über tiergestützte Interventionen, wobei das Kamel bisher wenig Beachtung fand.

Dabei gibt es Kamelhalter*innen, welche die Vorzüge erkannt haben und mit Leidenschaft mit ihren Dromedaren bzw. Trampeltieren mit verschiedenen Institutionen (z.B. Heimeinrichtungen, Kindergärten) zusammenarbeiten.

Es gibt aktuell keinen Standard für bspw. die Ausbildung der Kamele. Um die Arbeit mit Kamelen im tiergestützten Sinne zu professionalisieren, muss es einen Austausch über diese Themen geben. Der Einsatz der Tiere fordert viel Wissen über artgerechte Haltung, die besondere Physiologie sowie das Sozialverhalten. Die Tiere müssen entsprechend trainiert werden. Ebenso muss Fachwissen über die Besonderheiten der Teilnehmer*innen (z.B. Bedürfnisse, institutionelle Hintergründe) gegeben sein. Es bedarf entsprechender Räumlichkeiten sowie der Vernetzung mit entsprechenden Therapeuten*innen (z.B. Ergotherapie, Physiotherapie).

Dabei schließen sich zwei weitere wichtige Fragen an: Wie kann das Angebot finanziert werden? Wer trägt die Kosten? Oft sind diese nicht von dem/der Klienten*in selber aufzubringen. Hier können ggf. Kostenträger, wie die Kinder-/Jugendhilfe individuell angefragt werden.
Insbesondere durch die intensive Vor- und Nachbereitung sowie das Anpassen der Räumlichkeiten verlangt die tiergestützte Intervention einen entsprechenden Preis. Es muss für die Kamelhalter*innen finanziell tragbar sein, den Mehraufwand aufzubringen.

Ohne entsprechende Empirie ist es schwer vor Ämtern o.ä. für eine Bezuschussung zu argumentieren. Eine Finanzierung über die Krankenkasse ist zwar derzeit noch nicht denkbar, jedoch möchten wir hier unseren Teil dazu beitragen, diesem Ziel etwas näher zu kommen.