Hintergrund der Tiergestützen Therapie

Seit Jahrtausenden lebt der Mensch mit domestizierten Tieren zusammen. Das Tier war dabei für den Menschen nicht nur Nahrung, sondern auch Arbeitstier, Beschützer und Freund. Das enge Zusammenleben hat Spuren hinterlassen. Wissenschaftlich wird dieser Sachverhalt als Biophilie bezeichnet: die Liebe des Menschen zum Lebendigen, die Sehnsucht nach Natur. Auch der moderne Stadtmensch, der im Alltag ohne Tiere lebt, hat in der Regel ein inneres - oft unreflektiertes – Bedürfnis nach Natur und Umgang mit Tieren. Tiere „sprechen“ uns Menschen an.

 Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier basiert dabei nicht auf kognitiver Ebene, sondern meist nonverbal auf emotional, vitaler Ebene. Der Mensch hat – unabhängig von Bildung und Intellekt - ein Gespür für Tiere.

Bei vielen Erkrankungen oder Problemen des Menschen ist vorrangig die kognitive, intellektuelle und nicht die vitale, emotionale Ebene betroffen. Daher funktioniert die Kommunikation zwischen Mensch und Tier auch bei Personen mit intellektuellen oder sozialen Defiziten.

Dieser wissenschaftlich bestätigten Tatsachen bedient sich die Tiergestützte Therapie. Sie bezeichnet pädagogische, sozialarbeiterische oder therapeutische Interventionen beim Menschen mit Hilfe von Tieren. Nur teilweise findet dabei Therapie im rein medizinischen Sinn des Wortes statt. Oft ist das Ziel nicht Genesung oder Symptomlinderung, sondern vorrangig die Erhöhung von Lebenslust und Lebensfreude. Durch die tiergestützte Aktivierung und Motivierung der Klienten, durch Bewegung, Lachen, Freude und vermehrte Kommunikation sollen Defizite ausgeglichen und das körperliche und seelische Wohlbefinden erhöht werden. Weiterhin werden Motorik, Wahrnehmung, Lernen und Verhalten positiv beeinflußt.