Wer oder Was sind eigentlich Kamele?


Kamele? Das waren doch die mit den zwei Höckern! Oder nur einem? Ach nee, die heißen ja Dromedare…

So oder so ähnlich klingen oft Gespräche, bei denen es darum geht sich darüber auszutauschen wer oder was ein Kamel ist. Allerdings entscheidet nicht die Anzahl der Höcker darüber ob ein Kamel, eben ein Kamel ist.

Ordnet man den Begriff „Kamel“ oder auch „Kameliden“ in die zoologische Systematik ein, so beschreibt dieser den Tierfamiliennamen, zu welcher die Tierarten Dromedar (einhöckriges Kamel), Trampeltier (zweihöckriges Kamel), Lama, Alpaka, Vikunja und Guanako gehören. Spricht man also von einem Kamel so können all diese Tiere gemeint sein. Im alltäglichen Sprachgebrauch nutzt man diesen Begriff jedoch oft nur für Dromedare oder Trampeltiere.


Das Verbreitungsgebiet der Kameliden erstreckt sich sowohl über die „alte“ als auch die „neue“ Welt, weswegen man diese Tierfamilie nochmals in zwei Gruppen unterteilt. Die Neuweltkameliden, zu denen Lama, Alpaka, Vikunja und Guanako gehören, haben ihren Ursprung in Südamerika, während die Altweltkameliden ursprünglich aus Asien stammen. Das Dromedar ist dabei im Arabischen Raum beheimatet, das Trampeltier in Zentralasien. Als Nutztiere sind diese jedoch mittlerweile weit verbreitet worden und finden sich auch in Nordafrika und Australien wieder.

Unabhängig vom Verbreitungsgebiet haben aber alle Kameliden etwas gemein: sie haben es im Laufe der Evolution geschafft sich an sehr lebensfeindliche Lebensräume anzupassen, um so in ihnen überleben zu können. Ob hoch gelegene Bergregionen, Halbwüsten oder auch Wüsten, all diese Lebensräume bieten nur karge Nahrung, wenig Wasser, und sind geprägt von Hitze, Kälte und Trockenheit. Neben vieler verschiedener körperlichen Anpassungen erfordert dies auch eine bestimmte Form der Sozialisation der Tiere auf die wir in unser tiergestützten Arbeit mit den Altweltkamelen zurückgreifen.